Teil 3 |  Günther wird noch hübscher gemacht

So, heute folgt der zweite Teil unseres Wohnwagen-Pimp-Berichts ;) Teil 1 der Renovierung könnt ihr hier im Beitrag TEIL 2 l GÜNTHER WIRD HÜBSCH GEMACHT nachlesen.

Einige Wochen nachdem wir die linke Seite (Essecke und Küche) renoviert hatten, folgte die rechte Seite von Günther’s Innenleben: Die Schlafecke, das Bad und der Kleiderschrank. Hier seht ihr den Ausgangsstand, nachdem wir alle Türen abgeschraubt hatten und alles streichbereit angeklebt war:

EINE PORTION NEUE FARBE

Zuerst haben wir – wie auch beim letzten Mal – alle beweglichen Teile abmontiert, sodass nur noch der Korpus der Schränke im Wohnwagen war. Den haben wir diesmal allerdings nicht angeschliffen, sondern einfach direkt zwei Mal mit der Farbe gestrichen (+ ein drittes Mal, um letzte Unregelmäßigkeiten auszubessern). Ich sage es euch… die größte Herausforderung daran sind für mich immer die Farbnasen ;) Einerseits möchte man genug Farbe auf den Pinsel oder die Walze nehmen, damit sie gut in allen Ecken und Kanten gelangt aber andererseits darf es nicht zu viel sein, damit es keine Farbtrieler gibt ;) Wenn man einen entdeckt, muss man schnell sein, denn der Lack trocknet wirklich zügig.

Die Schranktüren haben wir separat an einem verregneten Wochenende in der Garage gestrichen (auch die haben wir diesmal nicht geschliffen). Ich habe es euch im letzten Beitrag schon etwas ausführlicher beschrieben: Die Griffe der Schränke haben uns nicht gefallen, sodass wir an jede Tür einen neuen Knauf und ein neues Verschlusssystem mit weißen Magnetverschlüsse gemacht haben. Hat einwandfrei funktioniert.

AUS ALT MACH WEIß

Dann gab es da ja noch die super schöne braune Abdeckung unserer Heizung. Auch die ist von unserem Weiß-Tick natürlich nicht verschont geblieben und wurde mit einem hitzebeständigen Sprühlack weiß lackiert. Wichtig: Habt Geduld beim Sprühen und tragt nicht zu viel Lack auf einmal auf. Trägt man den Lack zu dick auf, gibt es wieder unschöne Farbnasen :( Hier lohnt es sich wirklich, die Farben immer erst abtrocknen zu lassen, bevor man die nächste Farbschicht aufträgt.

UMSTYLING ESSTISCH

Auch der Esstisch wurde aufgehübscht. Zunächst haben wir die Beine mit einem normalen Sprühlack weiß angesprüht (seid auch bitte hier wieder geduldig beim Auftragen des Lacks, die Geduld wird sich lohnen). Da es uns zu viel Weiß geworden wäre, wenn wir die Tischplatte auch weiß lackiert hätten, haben wir uns für eine weitere Echtholz-Eichenplatte entschieden – passend zur Küchenarbeitsplatte. Bei Hornbach sind wir fündig geworden und haben eine Platte bekommen, die 80 cm breit war – exakt die Breite, die wir für den Tisch benötigt haben. Die Platte war 80 x 160 cm und wir haben sie direkt vor Ort auf die benötigte Länge zusägen lassen, die Kante haben wir dann selbst zuhause abgeschmirgelt und die Platte dann nur noch auf das Gestell des Tisches verschraubt. (Maße unseres Tisches: 80 x 95 cm)

NEUE SITZBEZÜGE

Die alten Sitzbezüge gingen gar nicht – die sahen aus wie von Oma ;) Wir wussten schnell, dass wir die Sitzecke gerne mintfarben bezogen hätten. Ein Bündchenstoff kam allerdings nicht für uns in Frage. Wir wollten Bezüge mit Reißverschlüssen aus einem strapazierfähigen Polsterstoff in der Sitzecke haben. Ein passender Stoff war schnell gefunden. Ich forderte online ein Stoffmuster an, um zu sehen, ob uns die Optik und die Haptik in live auch gefallen. Zwei Tage später war das Stoffstück im Briefkasten und gefiel – der Stoff war super schön und wir bestellten direkt einige Meter.

Ursprünglich wollten wir uns daran versuchen, die Bezüge selbst zu nähen. Aber da wir beide absolute Näh-Laien sind und den Stoff nicht verhunzen wollten, haben wir die alten Bezüge und den neuen Stoff an eine private Näherin gegeben. Diese tolle Näh-Fee zauberte uns wunderschöne Bezüge für unsere Polster. Sie hat einfach die alten Bezüge aufgetrennt, als Schnittmuster verwendet und die alten Reißverschlüsse in die neuen Bezüge genäht. So passte das Ergebnis perfekt :)

An unserem Bett waren zwei breitere Leisten, die ebenfalls mit dem Oma-Stoff bezogen waren. Dafür haben wir uns einen elektrischen Tacker besorgt und die beiden Leisten mit unserem mintfarbenen Stoff neu bezogen. Es ging einwandfrei, den Stoff schön straff an das Holz zu tackern.

EIN NEUES SCHLAFGEMACH

Einmal alles neu, bitte! Dazu gehört natürlich auch die Matratze. Auf den alten Federkernmatratzen, die quietschig und durchgelegen waren haben wir überhaupt nicht gut geschlafen. Deshalb haben wir uns eine neue orthopädische 9-Zonen-Kaltschaummatratze bestellt. Toll ist, dass die große Matratze relativ kompakt gerollt zu einem geschickt wird. Anschließend wird sie einen Tag ausgelegt, um sich zu entfalten – im Wahrsten Sinne des Wortes ;) Das Ergebnis war toll. Vor uns lag eine 12 cm hohe, bequeme Matratze.

Der kleine Haken an der Sache: Sie hatte eine Ecke zu viel. Da wir ein französisches Bett im Wohnwagen haben, musste also eine Ecke ab. Wir haben die alte Matratze als Vorlage genommen, den Schnitt vorgezeichnet und uns dann mit Schere und Brotmesser ans Werk gemacht. Den Bezug haben wir so zugeschnitten, dass wir nur den überschüssigen Stoff herausgeschnitten haben, damit wir das Seitenteil mit dem Reißverschluss wieder an die neue Form annähen können. Den Schaumstoff konnten wir einwandfrei innerhalb weniger Sekunden mit dem Küchenmesser abschneiden. Anschließend haben wir den Bezug wieder von Hand vernäht und fertig war die passgenaue Matratze.

Wir würden es jederzeit wieder so machen. Lieber selbst Hand anlegen, statt eine maßgeschneiderte Matratze für teures Geld zu kaufen.

PIMP MY BATH

Ursprünglich wollten wir das Waschbecken am Waschtisch lassen. Da wir dann aber noch Holz von der Tischplatte übrig hatten und es gewichtstechnisch auch von Vorteil war, etwas Echtholz in den vorderen Teil des Wohnwagens zu bringen, haben wir beschlossen, auch den Waschtisch neu zu machen.

Wir haben das alte Becken ausgebaut und als Vorlage für das Zusägen der Platte genommen. Als Waschbecken haben wir den Klassiker genutzt: Die Salatschüssel in Bambus-Optik vom Schweden ;) Da uns der Wasserhahn in der Küche so gut gefallen hat, haben wir uns nochmal den gleichen für das Bad bestellt. Und das wars auch schon..

Die größte Mühe bereitete uns diesmal das Bohren des Lochs für den Abfluss. Da muss irgendetwas im Holz gewesen sein.. Jedenfalls brach uns nicht nur der Bohrer ab, die Fräse verkantete sich auch mindestens 5 Mal und der Bohrer qualmte vor Hitze. Das Ende vom Lied war, dass wir das letzte Viertel mit einem Hammer und einem kleinen Meißel aus dem Holz klopfen mussten :)

Aber das Ergebnis zählt und ich finde es kann sich sehen lassen und die Mühen haben sich gelohnt..

Mit dem Bad hatten wir wirklich riesiges Glück. Es war komplett weiß und in einem sehr guten Zustand. Lediglich die alte, blaue Handbrause haben wir getauscht. Und so ganz in weiß war uns das Bad auch etwas zu langweilig. Deshalb haben wir eine Wand mit einer Klebefolie versehen und die restliche Folie auch noch an einer weiteren Wand angebracht.

Die Folie hat uns beinahe in den Wahnsinn getrieben. Mit einer unglaublichen Geduld haben wir sie ganz langsam angebracht. Trotz des wirklich sehr langsamen Tempos mussten wir sie gefühlt 10 Mal wieder ablösen und neu ausrichten. Auf die Länge gesehen spürt man den kleinsten Versatz und manchmal bilden sich aus heiterem Himmel Luftblasen, die sich kaum mehr ausstreichen lassen. Das Anbringen dieser Folie ist der einzige Arbeitsschritt im Wohnwagen, den wir nicht mit einem Video dokumentiert haben – aus gutem Grund. Wir waren wirklich mehrfach der Verzweiflung nahe und mehrfach kurz davor, den ganzen Mist einfach hinzuschmeißen ;)

Ein paar ganz hartnäckige Luftblasen mussten wir am unteren Ende mit dem Cutter entfernen – Trotzdem ist das Ergebnis aber schön geworden und die etlichen grauen Haare, die wir jetzt deswegen mehr auf dem Kopf haben, sind es allemal wert..

EIN NEUER BODEN

Zuguterletzt stand noch ein neuer Boden auf dem Programm – den Alten hatten wir reichlich mit weißer Farbe bemalt ;) Aber auch nur, weil wir von vorn herein wussten, dass wir auf jeden Fall einen neuen Boden möchten. Ursprünglich sollte es ein dünner Vinylboden werden. In einigen Foren haben wir aber gelesen, dass Vinylboden die Hitzeausdehnung bzw. Temperaturschwankungen in einem Wohnwagen nicht gut verträgt und dass man den Boden nach 2 Jahren vergessen kann.

Deshalb haben wir uns doch für einen PVC-Boden entschieden. In den Baumärkten sahen die Böden auf der Rolle leider aus wie gewachste Tischdecken.. Wenig überzeugend :( Auf Amazon haben wir dann einen schönen, wirklich hochwertigen Boden in Eiche-Optik gefunden. Er sieht nicht nur super aus, sondern fühlt sich auch toll an.

Um den Boden passend zuschneiden zu können, haben wir die Bodenfläche im Wohnwagen mit Papier ausgelegt und dieses als Vorlage verklebt. Ein Tipp: Unser Papier ließ sich total schlecht schneiden.. Wir dachten, wir tun uns mit der Rolle einen Gefallen aber jetzt im Nachhinein wäre es vielleicht doch leichter gewesen, mit Zeitungspapier zu arbeiten ;) Mit der selbstgebastelten Vorlage war es wirklich kinderleicht, den PVC passend auf Maß zuzuschneiden. Das Cutter-Messer ging durch wie Butter und wir mussten anschließend im Wohnwagen nur minimale Nachbesserungen vornehmen.

Verklebt haben wir den Boden im ersten Schritt nicht. Mit den Temperaturschwankungen ist es vermutlich besser, wenn er nur so im Wohnwagen liegt. Es gibt keine Unebenheiten und wenn alles so bleibt, werden wir ihn auch einfach unverbleit liegen lassen. Sollte er sich wellen oder Ähnliches, werden wir ihn mit einem doppelseitigen Klebeband fixieren.

Das Ergebnis:

MONEY, MONEY, MONEY

So und jetzt interessiert euch bestimmt wieder brennend, was die Verschönerungsmaßnahmen des zweiten Renovierungsteils gekostet haben und wo wir die Sachen gekauft bzw. bestellt haben. Der zweite Teil der Renovierung hat uns in Summe ca. 1.150 Euro gekostet. Die großen Kostentreiber waren dabei vor allem der neue Stoff, der neue Boden und die neue Matratze.

– Arbeitsplatte Eiche geölt in 1,60 auf 0,80 Meter (diese HIER von Hornbach)
– Wasserhahn für das Waschbecken (dieser HIER) + Abfluss (findet ihr HIER)
– Ikea Bambus-Salatschüssel als Waschbecken (gibt es HIER)
– Polster-Stoff in mintgrün (DIESER hier)
– 150 Euro für Näharbeiten (wenn ihr einen Kontakt braucht, könnt ihr euch bei mir melden)
– Elektrischer Tacker (diesen HIER)
– Folie für das Bad (DIESE hier)
– Neue orthopädische 9-Zonen-Kaltschaum-Matratze (DIESE hier)
– Neuer PVC-Fußboden in Eiche-Optik (findet ihr HIER) – wenn vergriffen: Boden heißt “PVC  Bodenbelag Holz Eiche mit Furchen und Rissen von BODENMASTER, vielleicht könnt ihr ihn direkt dort anfragen.
– 20 weitere neue Magnetverschlüsse für die Türen (diese HIER)
– 10 weitere Vintage-Türgriffe (diese HIER)
– Premium Weißlack (von Renovo in seidenmatt, 42 Euro je Eimer)
– Spraydose weiß und hitzebeständig für die Heizung (auch von Renovo)
– Spraydose weiß für Tischgestell (auch von Renovo)
– 2 neue Dachluken (findet ihr HIER)

Die Dachluken wollten wir eigentlich nicht tauschen. Allerdings war eine der beiden undicht, als wir in den letzten Zügen der Renovierung waren. Es war ein verregnetes Wochenende und die Dichtung einer Luke ging in die Knie (was nach 25 Jahren ja auch absolut in Ordnung ist). Um der Undichtigkeit der anderen Luke vorzubeugen, haben wir diese auch gleich getauscht. Jetzt trotzt Günni jedem Wetter :)

Wir haben definitiv viel mehr gemacht, als wir mussten. Es hätte gereicht, die Schränke zu streichen, die Matratze auszutauschen und die Polster zu erneuern. Alles andere hätte nicht sein müssen.

Aber da wir Günni wirklich exakt so haben wollten, wie wir es uns vorgestellt haben und wir viel Freude am Handwerkern haben, haben wir einfach noch den Boden, den Esstisch, die Küche und den Waschtisch zusätzlich gemacht. Das hat natürlich die Kosten deutlich erhöht aber wir würden es beim nächsten Mal wieder genauso machen.

FAZIT

Wir sind unglaublich happy mit dem Ergebnis und freuen uns schon sehr, unserem alten Herr jetzt noch mit schöner Deko den letzten Schliff zu verleihen.

Ich kann euch nur sagen: So ein großes Projekt fordert sehr viel Zeit und Ausdauer. Und je nachdem, wie groß der Umfang der Renovierung sein soll, auch etwas handwerkliches Geschick und technisches Verständnis. Aber das Gefühl, nachdem man erste Fortschritte sieht und merkt, dass der Plan, den man im Kopf hat, aufgeht, das ist einfach unbeschreiblich toll. Wenn ihr die Zeit und die Muse dafür habt, können wir euch ein solches Projekt wirklich nur empfehlen. Es macht unglaublich viel Spaß und schweißt zusammen.

Wenn ihr Fragen zur Renovierung habt, könnt ihr mir jederzeit gerne eine Nachricht schicken. Alle Videos zu unserem Renovierungs-Projekt findet ihr auf Instagram in unseren Highlights.