Teil 6 |  Wir planen unser Traumhaus 2.0

Nach dem ersten Flop in Sachen Hausplanung (HIER habe ich euch davon erzählt) kontaktierte ich auf eigene Faust von uns aktiv ausgewählte Häuslebauer. Ich hatte drei aus der näheren Umgebung ausgewählt. Den Ersten wegen seines professionellen Internetauftritts, den Zweiten, da eine Freundin gerade ihr Haus mit diesem Anbieter baut und er auch eine Niederlassung bei uns in der Nähe hat und einen Dritten, der in unserem Ort sitzt und gefühlt alle Neubauten und Sanierungen in der Umgebung übernimmt (zumindest hängt überall sein Name an den Baustellen).

Der dritte Anbieter war ehrlich gesagt auch mein Favorit. Für mich sprachen die vielen Baustellen, die er in unserem Ort und in den Nachbarorten hat, für ihn und sein Internetauftritt war sehr sympathisch. Ein ortsansässiges Familienunternehmen mit Tradition, das hörte sich wirklich gut an. Das war dann übrigens auch der einzige Anbieter, der auf meine E-Mail-Anfrage reagierte. Von den anderen beiden habe ich leider nichts gehört. Da ich jetzt auch nicht um einen Termin betteln wollte, beschlossen wir, uns jetzt mal unseren Favorit anzuschauen und in der nächsten Runde ggf. nochmal eine zweite Anfrage an die anderen beiden zu versenden.

Schon vorab fragte uns die Dame der Firma nach unseren Vorstellungen, um sich bestmöglich auf unseren Termin vorbereiten zu können. Ich ließ ihr unsere Wünsche per E-Mail zukommen, die diesmal etwas anders waren als beim anderen Hausanbieter. Nachdem der erste Hausentwurf für uns so enttäuschend war, hatten wir fleißig im Internet recherchiert und unsere Wünsche an das Außenbild grundlegend geändert ;)

Lasst euch sagen… Es ist wirklich gar nicht so einfach, seine ganzen Inspirationen auf Papier zu bringen und aus all den kleinen, mühsam gesammelten Ideen ein Gesamt-Bild zu schaffen. So viel zu den Eckdaten: Es sollte kein Zeltdach werden, sondern ein Satteldach mit einer nicht allzu steilen Neigung (vielleicht so um die 30-35 Grad) und einem schönen Dachvorsprung. Auch die Garage sollte mit einem Satteldach überbaut werden, sodass sich aus unserem Haus ein Winkelhaus ergibt. Damit ihr euch vorstellen könnt, was da ist, kommen nachfolgend ein selbst illustriertes Inspirationsbild.

An der Seite mit Blick zur Einfahrt und Garage hin wünschten wir uns einen kleinen Sechseck-Erker, in den wir unseren Esstisch stellen wollen. Zur Gartenseite hin sollte ein größerer Sechseck-Erker mit bodentiefen Fenstern, der dann wie eine Art kleiner, gemütlicher Wintergarten sein soll. Die Aufteilung bzw. unseren Grundriss wollten wir wie gehabt beibehalten. Mit den Grundrissentwürfen und einer Liste unserer Wünsche und Anforderungen ging es also auf in die nächste Runde.

DER ERSTTERMIN

Der Termin fand im Büro des Bauunternehmens statt. Das Büro machte einen super Eindruck und man konnte vor Ort auch schon einige Baumaterialen anschauen. Sehr zu unserer Freude baut die Firma mit Porenbetonsteinen. Im Büro war ein riesiges Regal mit Ablagefächern aktueller Bauprojekte, das prall gefüllt war. Das war doch schon mal positiv ;) Unsere Ansprechpartnerin machte leider keinen so guten Eindruck. Es war eine etwas ältere, sehr introvertierte Dame, der es leider nicht so lag, Gespräche zu führen. Das genaue Gegenteil unseres Vertriebsmenschen vom letzten Planungstermin. Die Gesprächsführung übernahm dann einfach Chris und ab da lief es nicht mehr ganz so zäh.

Während des Termins stellte sich heraus, dass die Frau schon einiges an Erfahrung und Praxiswissen hatte. Sie war eben nur nicht in der Lage, das im Gespräch zu zeigen. Ihre Stärken lagen einfach eher in der Umsetzung als im Kundengespräch ;) Gegen Ende des Termins war sie etwas „aufgetaut“ und machte auch von sich aus gute Vorschläge. Sie war ehrlich und realistisch, das hat uns sehr gut gefallen. Als wir all unsere Wünsche durchgegangen waren, sagte sie uns, dass die Ausarbeitung eines Angebots nun einige Wochen in Anspruch nehmen würde und sie sich wegen eines neuen Termins melden würde.

Trotz, dass der Termin nicht so flutschte, wie wir es uns gewünscht hatten und eher etwas zäh verlief, hatten wir hinterher ein sehr gutes Gefühl. Die Firma wirkte kompetent und diesmal waren wir beide zu 100 % überzeugt von unseren Haus-Vorstellungen und waren uns sicher, dass ein Winkelhaus mit Satteldach im Landhausstil deutlich besser zu uns passt, als ein Häuschen im Stadtvillenstil mit Zeltdach.

Wir hatten eine grobe Baubeschreibung mit nach Hause bekommen, die wir daheim mit der des anderen Anbieters verglichen. Dabei fiel uns schon nach kurzer Zeit auf, dass der Standard der zweiten Firma viel höher war, als der der ersten Firma (gerade bei Dingen wie der Anzahl der Steckdosen etc.). Die Baubeschreibung las sich wirklich gut. Aber wir hatten auch Sorge, dass es genau deshalb sicherlich teurer sein würde, als beim ersten Anbieter..

DER ZWEITTERMIN

Ungefähr 10 Wochen später hatten wir unseren Termin zur Angebotsdurchsprache. Ich weiß, das ist eine lange Zeit.. Aber ich hatte der Firma wirklich mehrmals versichert, dass sie sich keinen Stress machen sollen und dass wir wirklich keinerlei Zeitdruck oder Eile haben. Schon am Telefon wurde uns angekündigt, dass das Haus nun nach unseren Vorstellungen umgesetzt sei und dass der Preis dadurch leider etwas teurer wurde als gedacht. Durch diese Ankündigung rechneten wir schon mit dem Schlimmsten.

Es war Donnerstag Nachmittag und wir kamen wieder in das Büro der Baufirma. Die Hausplanerin zeigte uns die Entwürfe und wir waren komplett begeistert. Wider Erwarten war es kein Winkelhaus geworden (bei dem die beiden Giebel eines L-förmigen Hauses ja in verschiedene Richtungen zeigen), sondern ein schönes Haus im Landhausstil mit einer überdachten zurückversetzten Garage. Ich zeige euch gleich die Bilder dazu, dann könnt ihr es euch besser vorstellen ;) Auch hier hat die Dame wieder ihre Erfahrungen und ihr geschultes Hausplaner-Auge miteingebracht. Sie sagte, wenn der Giebel nach vorn zeigen würde, würde das Haus sehr wuchtig wirken, daher hatte sie die Giebelseite andersherum geplant. Und das Gesamtbild war wirklich einfach wunderschön und stimmig! Ganz genau SO sollte unser Häuschen aussehen.

Das Haus im Plan hatte eine Dachneigung von 30 Grad, einen zum Landhausstil passenden Dachüberstand, zwei wunderschöne Erker mit großen Fenstern und genau den Grundriss, den wir vorgegeben hatten. Bezüglich der Ausstattung hatte sie all unsere Wünsche berücksichtigt. Überall im Haus elektrische Rollläden, ein elektrisches Roll-Garagentor, ein Vordach, die beiden Erker, die sich nur über die untere Etage erstrecken, einen Kamin, der zu zwei Seiten hin offen ist, den Luftraum im Eingangsbereich, einen Wäscheabwurf, die Vorbereitung zu einer Photovoltaikanlage auf dem Dach.. Es war alles so, wie wir es haben wollten ;)  Allerdings war das Haus von den Quadratmetern her schon sehr groß geworden.. Aber ich dachte mir, da kann man ja noch das ein oder andere am Grundriss optimieren und dass es sicher noch einige weitere Planungs-Termine für uns geben würde ;)

Ich war noch ganz beflügelt von den tollen Plänen, da stelle Chris die entscheidende Frage nach dem Preis. Die Dame leitete die Antwort mit „Nun ja, durch die große Grundfläche ist es leider doch sehr teuer geworden…“ ein und nannte uns dann den Preis. Da bei uns beiden noch die Zahl der anderen Firma im Kopf präsent war und wir eigentlich mit noch mehr gerechnet hatten, waren wir positiv überrascht. Es war teuer, keine Frage. Aber es war nicht so teuer wie erwartet. Ich fragte dann, was denn noch für die Dinge wie elektrische Rollläden etc. hinzukommen würde und dann sagte die Dame uns, dass das alles schon im Preis berücksichtigt wäre. Nur die Zisterne hatte sie vergessen..

GRUNDRISSOPTIMIERUNG

Wir waren total erleichtert und freut uns sehr. Die Pläne bekamen wir mit nach Hause und ich fing schon am Wochenende an, am Grundriss herumzubasteln. Durch das Verschieben einiger Wände und dem Tausch von ein paar Räumen des Obergeschosses konnte ich ca. 10 m² pro Geschoss einsparen (inklusive Keller). Und dann gefiel uns das Häuschen sogar noch besser, weil es nicht mehr ganz so riesig war..

In meinem Kopf sah ich noch weiteres Potenzial für Kosteneisparungen und setzte gedanklich schon mal den Rotstift bei Kleinigkeiten wie einem in meinen Augen viel zu großen Fenster im Gäste-WC und der Streichung elektrischer Rollläden im Obergeschoss an ;) Chris fand das aber noch zu früh und bat mich, den Rotstift bitte in der Tasche zu lassen, bis wir einen Termin bei unserer Bank hatten ;) 

BAD NEWS…

Wieder einige Wochen später schrieb ich der Baufirma, dass wir unser Grundstück abgeholzt haben und schickte der Architektin noch eine Liste an Fragen und Anmerkungen zu unserer Planung. Sie wollte die Änderungen umsetzen und sich dann wieder bei uns melden. 

Und dann meldete sie sich. Aber nicht mit guten Nachrichten. Sie teilte mir am Telefon mit, dass sich unser Hausentwurf auf dem Grundstück nicht umsetzen ließe. Sie wäre vor Ort gewesen, um ein grobes Aufmaß zu nehmen und unser Haus wäre nicht so wie geplant baubar. Alles Weitere würden wir in einem persönlichen Termin besprechen – übernächste Woche, wenn es passt. Denn in der nächsten Woche sei sie auf Seminar.

Ich sags euch.. Das war eine verdammt lange Wartezeit. Wir zerbrachen uns den Kopf darüber, an was es denn wohl scheitern würde und wo wohl das Problem sei.. Vielleicht war es ja auch nur ein Missverständnis? Ich hielt es nicht aus und schob nochmal eine E-Mail hinterher, und er ich fragte, woran es lag – am Keller? Der Garage? Der Abstützung vorne am Grundstück? Ich wollte einfach wissen, was Sache war, um mich mental schon mal auf das Gespräch vorbereiten zu können und mir vorab Gedanken machen zu können. Leider bekam ich wieder nur die allgemeine Aussage, dass das Haus SO nicht auf das Grundstück gebaut werden könne.. Na super. Das ist ja, als wäre man beim Blutabnehmen gewesen und der Arzt ruft dann an und sagt “Da passt was nicht, wir müssen über die Ergebnisse sprechen. Kommen Sie in 2 Wochen vorbei” und dann 2 quälende Wochen der Ungewissheit vor einem liegen.. Unerträglich :(

Aber es half nichts. Wir lenkten uns ab und warteten den Termin ab.

Als wir wieder bei der Baufirma saßen, sagte uns die Architektin, dass das Grundstück von oben nach unten weiter abfällt, als erwartet (es sind ca. 6 m vom oberen Ende bis zur Straße). Wenn wir das Haus wie geplant bauen würde, würde das bedeuten, dass unsere Einfahrt eine Steigung von 25 % haben würde und das ist verdammt steil. Leider viel zu steil für eine Einfahrt :(

Die Idee der Architektin war es, die Garage und den Hauseingang ins Untergeschoss auf die Kellerebene zu verlagern. Das würde aber auch bedeuten, dass über der Garage nur noch das Erdgeschoss und kein Obergeschoss mehr ist. Und deshalb würde auf der hinteren Seite das Ende unseres Dachs quasi fast auf dem Hang aufliegen. Für uns keine Option… Zumal ich es leider einfach nicht schön finde, wenn man im Keller ins Haus kommt und dann eine Treppe hochlaufen muss, um in den Wohnbereich, den Ort des Geschehens und das Herz des Hauses, zu kommen :(

Wir verblieben vorerst so, dass wir uns nochmal intensiv Gedanken zu einer anderen Lösung machen werden und einige Varianten durchspielen. 

So, nun seid ihr auf dem aktuellen Stand. Ich hoffe, wir finden eine Lösung..